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Forschung3D-Druck
Foto: Markus Kayser3D-Druck
Solar Sinter — 3D-Druck mit Sonne und Sand
Markus Kayser / Royal College of ArtÄgypten · 2011
Fresnel-Linse1,4 x 1,0 m — fokussiert Sonnenlicht
Temperaturen1.400-1.600 °C (Schmelzpunkt Silikatsand)
Druckvolumen40 x 40 x 40 cm Sandbox
Energie100 % solar — 2 PV-Paneele + Fresnel-Linse
TestortSahara bei Siwa, Ägypten (Mai 2011)
MuseumPermanente Sammlung des MoMA New York
Der Solar Sinter von Markus Kayser ist eines der ikonischsten Projekte an der Schnittstelle von Design, Technologie und natürlichen Ressourcen. Die Idee: ein vollständig solarbetriebener 3D-Drucker, der nichts benötigt als Sonnenlicht und Wüstensand — zwei Ressourcen, die in ariden Regionen im Überfluss vorhanden sind.
Das Herzstück ist eine 1,4 x 1,0 Meter große Fresnel-Linse, die Sonnenlicht konzentriert und Temperaturen von 1.400 bis 1.600 °C erzeugt — genug, um Silikatsand zu schmelzen. Unter der Linse bewegt sich eine Sandbox (40 x 40 x 40 cm) computergesteuert. Schicht für Schicht wird Sand aufgetragen, geschmolzen und zu Glas verschmolzen. Zwei Photovoltaik-Paneele versorgen die Elektronik und das Zweiachsen-Nachführsystem.
Kayser testete den Prototyp im Mai 2011 für zwei Wochen in der Sahara bei Siwa. Die Ergebnisse — raue, organisch wirkende Glasschalen — wurden zu Design-Ikonen. Sowohl die Maschine als auch eine gesinterte Schale sind heute Teil der permanenten Designsammlung des MoMA New York. Das Projekt beweist: Mineralische Materialien können mit konzentrierter Sonnenenergie direkt zu Baustoffen verarbeitet werden.