Zum Inhalt springen
← Alle Projekte
GOLEHM — Mobiler Stampflehm-Portalroboter
PilotRoboterarm
Foto: TU Braunschweig / ITE
Roboterarm

GOLEHM — Mobiler Stampflehm-Portalroboter

TU Braunschweig ITEDeutschland · 2022
MaterialLokaler Boden ohne chemische Zusätze, recycelbar
RoboterMobiler 3-Achs-Portalroboter auf Anhänger
Produktivität1 m³ in ~2 Stunden (manuell: ~10 Stunden)
Förderungca. 400.000 € (GOLEHM/WIR!), zuvor BBSR + BMBF
TeamProf. Harald Kloft (ITE), Joschua Gosslar
VerfahrenRobotic Rammed Earth (RRE) — additiv
DemonstratorLandesgartenschau Neuss 2026
Das Forschungsprojekt „GOLEHM — Mobiler Stampflehm-Roboter" am Institut für Tragwerksentwurf (ITE) der TU Braunschweig entwickelt seit 2017 ein robotisches Fertigungsverfahren für Stampflehm-Bauteile. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Harald Kloft und Forscher Joschua Gosslar wurde ein mobiler 3-Achs-Portalroboter konzipiert, der auf einem Anhänger transportiert werden kann und direkt auf der Baustelle lokales Erdmaterial verarbeitet. Das Kernprinzip: Robotic Rammed Earth (RRE) — eine aktiv bewegte Gleitschalung mit Vibrationsplatte und pneumatischen Stampfern verdichtet das Material schichtweise von unten nach oben. Der entscheidende Vorteil gegenüber manueller Fertigung ist die fünffache Produktivitätssteigerung: 1 m³ Stampflehm entsteht in ca. 2 Stunden statt manuell in 10 Stunden. Das System nutzt ausschließlich lokale Böden ohne chemische Zusätze — vollständig recycelbar und CO₂-neutral. Ein automatisierter Misch-, Förder- und Zuführprozess ermöglicht den Einsatz wechselnder Erdmaterialien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Das Projekt wird über die WIR!-Initiative GOLEHM mit ca. 400.000 Euro gefördert und vereint drei Institute der TU Braunschweig (ITE, iBMB, IWF). Für 2026 ist ein Demonstrator-Bau auf der Landesgartenschau Neuss geplant — das Projekt „Digital Reallabor" soll dort den robotischen Bauprozess als Zukunftstechnologie präsentieren.

Galerie

Robotischer Stampflehm-Prozess im Labor der TU BraunschweigFoto: Joschua Gosslar / TU Braunschweig
Fertiges Stampflehm-Bauteil mit sichtbarer SchichtstrukturFoto: TU Braunschweig