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Qualität

Laborprüfungen beauftragen & verstehen

Wenn Feldversuche nicht ausreichen oder formale Nachweise nötig sind: Welche Laborprüfungen gibt es, was kosten sie, wie lange dauern sie, und wie liest man die Ergebnisse? Dieser Skill erklärt die wichtigsten Verfahren — Bindekraft, Korngrößenverteilung, Plastizität, Schwindmaß, Druckfestigkeit — und hilft bei der Kommunikation mit Prüfstellen.

Material

  • Lehmprobe (mind. 2kg, dokumentiert nach Standort und Tiefe)
  • Probebehälter (luftdicht verschließbar)
  • Beschriftung: Standort, Tiefe, Datum, Probe-Nr.

Werkzeug

  • Kontakt zu einer geotechnischen Prüfstelle (z.B. MFPA, ZRS Ingenieure)
  • Budget: ca. 425€ für Erstuntersuchung nach DVO 2008 (3 Wochen)
  • Ergebnisformular / Prüfbericht-Template

Ablauf

  1. 1

    ENTSCHEIDUNG — Wann Labor? Wenn: (a) Feldversuche widersprüchliche Ergebnisse liefern, (b) formaler Nachweis für Baueinreichung nötig, (c) Großprojekt mit hohem Materialvolumen, (d) Material für tragende Bauteile vorgesehen. Faustregel: Feldversuche für kleine Projekte und Orientierung, Labor für alles ab Einfamilienhaus

  2. 2

    BINDEKRAFTPRÜFUNG (Achterlungsprüfung): Analysiert die Kohäsion der Tonminerale. Norm: ehem. DIN 18952 Bl.2. Probe wird in Achterlings-Form gebracht und auf Zugfestigkeit geprüft. Ergebnis: Klassifizierung nach Bindekraft — bestimmt ob Material als Baulehm geeignet ist. Bedingtes Ausschlusskriterium bei zu geringer Bindekraft

  3. 3

    KORNGRÖSSENVERTEILUNG (Sieb-Schlämm-Analyse): Quantifiziert Sand/Schluff/Ton-Anteile exakt. Norm: DIN 18123 / ÖNORM EN ISO 17892-4. Trockensiebung (>63μm) + Sedimentationsanalyse (<63μm, Hydrometer-Methode). Ergebnis: Korngrößenverteilungskurve — bestimmt Aufbereitungsverfahren und geeignete Lehmbaustoffe

  4. 4

    PLASTIZITÄT (Atterberg-Grenzen): Bestimmt Fließgrenze und Ausrollgrenze nach Casagrande. Norm: ÖNORM EN ISO 17892-12. Plastizitätszahl IP = Fließgrenze - Ausrollgrenze. IP <5 = nicht plastisch, 5-15 = schwach, 15-40 = plastisch, >40 = hochplastisch. Hohe Plastizität = hoher Tongehalt = hohe Bindekraft aber auch hohes Schwindmaß

  5. 5

    SCHWINDMASS: Probekörper in Form pressen (120mm), trocknen, Längenänderung messen. Norm: DIN 18952 Bl.2 / DIN 18946-18947. Ergebnis: Lineares Schwindmaß in %. Magere Lehme: 2–5%, fette: 6–10%, sehr fette: 8–20%. Gibt Aufschluss über Tongehalt und Rissrisiko

  6. 6

    DRUCKFESTIGKEIT: Einaxialer Druckversuch. Norm: ÖNORM EN ISO 17892-7. Probekörper wird bis zum Bruch belastet. Ergebnis in N/mm². Abhängig von Bindekraft, Verdichtung und Korngrößenverteilung. Wichtig für tragende Bauteile

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    PRÜFSTELLE WÄHLEN & BEAUFTRAGEN: MFPA (Materialforschungs- und Prüfanstalt), ZRS Ingenieure, oder lokale geotechnische Labors. Probe mit Begleitschein einsenden: Herkunft, Tiefe, geplante Verwendung, gewünschte Prüfungen angeben. Kosten und Dauer vorab klären

  8. 8

    ERGEBNISSE INTERPRETIEREN: Prüfbericht mit Feldversuch-Ergebnissen vergleichen. Abweichungen analysieren. Ergebnis in Rezepturentwicklung einfließen lassen. Bei Aushub: Prüfergebnisse dokumentieren für eventuelle Abfallende-Nachweise

Qualitätskriterien

  • Probe korrekt entnommen, verpackt und beschriftet
  • Mindestens Bindekraft + Korngrößenverteilung beauftragt
  • Prüfergebnisse verstanden und mit Feldversuchen abgeglichen
  • Ergebnisse in Baustoff-Rezeptur übersetzt
  • Kosten dokumentiert (Erstuntersuchung DVO 2008: ~425€, ~3 Wochen)

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Markdown für Notizen, JSON für KI-Agenten und Maschinen-Code. CC-BY 4.0 — frei verwendbar mit Quellenangabe.

Tipp: JSON-Datei direkt einer KI geben — die kann dann den Skill ausführen, anpassen oder in andere Sprachen übersetzen.