Foto: Ralph Oesker · CC BY-SA 2.0 DE · Wikimedia CommonsInnenausbau mit Lehm
Lehmputz auf Bestandsmauerwerk oder Trockenbau, optional mit Wandheizung. Niederschwelligster Einstieg in Lehmbau — gute „Probebauweise" für Bauherren ohne Neubau-Projekt.
Vorteile
- Sofort spürbare Raumklima-Verbesserung (Feuchtepuffer)
- Deutlich niedrigere Einstiegskosten
- Einfach nachrüstbar, rückbaubar
- Kombinierbar mit Wandheizung
Nachteile · Risiken
- Haftgrund bei glatten Untergründen nötig
- Trockenzeiten (wochenlang bei dickeren Aufbauten)
- Stoßempfindlicher als Gipsputz
Besonderheiten
- Lehmputzmörtel nach DIN 18947: Festigkeitsklassen S I (Druckfestigkeit ≥ 1,0 N/mm²) und S II (≥ 1,5 N/mm²)
- Mehrlagiger Aufbau aus Unterputz und dünnem Oberputz, Haftgrund bei glatten Untergründen
- Wandheizung mit Lehm als Speichermasse
Verbreitung
Österreich: wachsender Markt, ca. 1.000 Betriebe bieten Lehmputz an. International: breit etabliert, klassischer Innenausbau-Standard in Frankreich und Deutschland.
Untertypen
- Grundputz auf Mauerwerk
- Lehmplatten-Montage (DIN 18948)
- Wandheizung + Lehm
Wiki-Hub: lehmhub-szenario-innenausbau
Planungs-Stationen
Standort & Rahmen
Klima, Sonne, Baurecht, Widmung, Budget
Konzept
Typologie, Raumprogramm, Kompaktheit A/V
Klima & Komfort im Gebäude
Heizlast, Sommer, Lüftung, Behaglichkeit
Energie
Heizung, Warmwasser, PV, Solar, Speicher
Material & Quellen
Baulehm, Holz/Stroh, regional
- Vorrecherche Baulehm · geplant
Kreislauf & Ökobilanz
Rückbaubarkeit, OI3, GWP, Materialpass
Kosten & Ausschreibung
Kostenschätzung, LV, QS
Betrieb & Dokumentation
Wartung, Pflege, Gebäudepass
Lehmputz im Innenausbau, genauer
Innenausbau mit Lehm heißt in den meisten Fällen Lehmputz: ein Mörtel, dessen einziges Bindemittel Tonminerale sind. Er erhärtet allein durch das Verdunsten des Anmachwassers und lässt sich durch erneute Wasserzugabe wieder plastisch machen. Genau das macht ihn rückbaubar und sortenrein trennbar, anders als zement- oder gipsgebundene Putze. Werkseitig hergestellter Lehmputzmörtel ist über DIN 18947 geregelt.
Die Norm unterscheidet zwei Festigkeitsklassen. S I erreicht eine Druckfestigkeit von mindestens 1,0 N/mm², S II mindestens 1,5 N/mm². Für übliche Innenräume genügt S II. Üblich ist ein mehrlagiger Aufbau aus Unterputz und dünnem Oberputz, auf glatten oder wenig saugenden Untergründen mit einem Haftgrund. Leichtlehmputze mit einer Rohdichte bis 1.200 kg/m³ übernehmen zusätzlich eine dämmende Funktion an der Bauteiloberfläche.
Der bauphysikalische Reiz liegt im Feuchteverhalten. Lehmputz ist dampfdiffusionsoffen (Wasserdampf-Diffusionswiderstand µ 5/10) und nimmt Raumfeuchte schnell auf und gibt sie wieder ab. In Kombination mit einer Wandheizung wirkt die Lehmschicht als Speichermasse und gibt Strahlungswärme gleichmäßig ab. Wer ohne Trocknungszeiten arbeiten will, greift zu Lehmbauplatten nach DIN 18948 für den trockenen Ausbau.